Vom Probestück zum Lieblingsteil

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Weste oder Jacke? Durch eine Diskussion unter einem Faceebookbeitrag ist mir bewusst geworden, dass wohl nur im Süden Deutschlands und in Österreich eine Weste auch Ärmel besitzen kann und für den Rest der Menschheit Westen immer Ärmellos sind. In diesem Fall hier bekenne ich mich dazu, zur Minderheit zu zählen, denn es handelt sich hier um eine für mich typische Weste. Aus leichten Material zum Überziehen für draußen aber auch drinnen geeignet.

Zeuxl Hirschjacke/Weste
Hirschjacke oder doch Weste?

Ehrlich gesagt mache ich mir nicht die Mühe Probestücke zu nähen, sondern verwende gleich die "guten" Stoffe. Um die Passform eines neuen Schnittes einigermaßen abschätzen zu können vergleiche ich den in der entsprechenden Größe abgemalten Schnitt mit Einem, der gut sitzt. Damit bin ich meist gut gefahren. Natürlich spielt die verwendete Stoffqualität eine nicht unerhebliche Rolle. Je nachdem wie dehnbar der Stoff ist, oder ob ein leichter Jersey oder ein dickerer Sweatstoff verwendet wird, wird die Passform doch schon zum Teil beachtlich beeinflusst. Genau deswegen habe ich im Fall der Fleecejacke (die ich aus Jaquard nähen wollte) aus dem Klimperklein Babyleicht Buch ein Probeexemplar genäht. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich noch nicht das neue Buch mit den größeren Größen (in dem dieser Schnitt glücklicherweise auch zu finden ist) und im anderen Buch geht die Weste nur bis 98 - unser Bub ist inzwischen allerdings schon bei 104 angekommen, auch deswegen fand ich eine Probeweste sinnvoll.

Da Fleece nicht oder wenig dehnbar ist und ich mich aber für einen Jacquard entschieden hatte, wollte ich das besser vorher testen. So entschied ich mich dieses Mal ein Probestück zu nähen und kramte den Reststoff meiner Weste hervor. Siehe da, der reichte gerade noch dafür aus. Es handelt sich um einen ganz tollen Bio Jaquard Stoff, der sich so toll anfühlt! Die Größe passt dank der Stoffqualität auch perfekt. Die Weste sitzt locker genug und vor allem finde ich die Länge toll. Der Po bleibt bedeckt und nichts rutscht hoch, auch wenn unser Junior damit umhersaust, wie bei unserem Ausflug auf den Killesberg in Stuttgart.

Die Fleeceweste wird nicht gefüttert, sondern mit Falzgummi eingefasst. Da der Jacquard eine ansehbare linke Stoffseite besitzt machte ich es genauso und verwendete zum ersten Mal Falzgummi. An welcher Stelle wie stark gedehnt werden muss und das gerade Annähen des Gummis ist sicher Übungssache und wird mir bei der nächsten Jacke hoffentlich leichter von der Hand gehen.

Entstanden ist eine leichte Weste, die unser Bub an den kühleren Sommertagen oft getragen hat und welche wir nun im Herbst auch noch gerne nutzen. Für draußen, wenn die Temperatur es zulässt oder auch für drinnen zum drüberziehen. Da mir die Probejacke richtig gut gefällt und unserem Buben auch super passt, habe ich den eigentlich dafür vorgesehenen Stoff bisher noch nicht angeschnitten. Vielleicht dann für eine Jacke in der nächsten Größe - falls mir zwischenzeitlich nicht eine neue Idee kommt und der Stoff anderweitig verwendet wird.

Unsere "Probejacke" verlinke ich bei made4boys , kiddikram. der Biolinkparty von Selbermachen macht glücklich und Ich näh Bio.

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2 Kommentare

Kommentar von Birgit

Sieht mega-bequem aus. Was für ein toller Biostoff. Falls du Lust hast, würde ich mich freuen, wenn du es auch bei meiner Biolinkparty http://selbermachen-macht-gluecklich.de/happy-birthday-bio-linkparty-verlosung-teil-2/ zeigst. Dort gibt es diese Woche auch Stoffgutscheine zu gewinnen :-). Glg, Birgit

Antwort von Priska Kogel

Tolle Idee! Von dieser Biolinkparty wusste ich bisher nichts. Sicher schaue ich da nun öfter mal vorbei und denke beim nächsten Bio-Teilchen (und das kommt bestimmt) auch an Dich ;-)

Kommentar von Stef

Hallo Priska,
ja, auch in meiner Gegend würde man eine Weste nur als solche bezeichnen, wenn keine Ärmel dran sind. In diesem süßen genähten Teil würde man hier eine Strickjacke sehen (ja, auch wenn kein Strick drin ist). Das dann auch nur, weil ein Reißverschluss vernäht wurde, sonst würde man wohl moderner Weise behaupten, es handele sich um einen Cardigan. Tja, so sind's, die regionalen Unterschiede. Aber schee, ist's trotzdem, gell? ;o)
Mit einem leichten Lachen und vielen Grüßen,
die Stefanie

Antwort von Priska Kogel

Genau! Ich finde die feinen (oder auch groben) Sprachunterschiede spannend und amüsant. Eigentlich sehr schade, dass die Dialekte immer mehr "verwässern". Selbst im Gespräch mit meinem Mann (wir sind beide Schwaben, er aus Baden-Württemberg, ich aus Bayern) treten diverse Unterschiede zu Tage :-)

Ich freue mich über Deinen Kommentar

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